Fütterung der säugenden / laktierenden Stute


 

In den ersten Monaten nach der Geburt des Fohlens haben säugende Stuten einen extrem hohen Energie- und Nährstoffbedarf. Bedenken Sie, dass die Zuchtstute bis zu 15 bis 20 Liter Milch am Tag produziert, sich selbst erhalten muss und nach ca. zehn Tagen wieder trächtig werden kann. Die höchste Laktationsleistung der Stute liegt übrigens im dritten Monat nach dem Abfohlen. Der Energiebedarf für die Milchproduktion (Laktation) ist vergleichbar oder sogar höher als bei einem Hochleistungspferd. Der Einweiß- und Mineralstoffbedarf einer laktierenden Zuchtstute kann sogar doppelt so hoch sein. 

Die erste Malzeit nach dem Abfohlen sollte auf jeden Fall sehr leicht verdaulich sein. Hier ist eine Fütterung von Mash mit Ölen und Mineralstoffboostern anzuraten.

Steigern Sie ca. 3 bis 4 Tage nach dem Abfohlen langsam die Kraftfuttermenge für die Zuchtstute, so dass Sie nach ca.  14 Tagen die erforderliche Höchstmenge erreicht haben. Bitte beachten Sie, dass eine zu schnelle Steigerung der Kraftfuttermenge zu Verdauungsstörungen beim Fohlen führen kann. Nicht immer ist eine Erhöhung von Kraftfutter zwingen nötig. Achten Sie auf das Allgemeinbefinden der Stute, erhöhen Sie auf jeden Fall die Mineralstoffzufuhr. Eine Unterversorgung der Zuchstute mit Nährstoffen kann zu Nährstoffdefiziten in der Milch führen, die Fohlenrosse verzögern und im Extremfall sogar zu einem Abort führen, falls die Stute in der Fohlenrosse erneut belegt wurde. Zumeist wird die Stute nach dem Abfohlen die Nährstoffe zunächst für die Selbstgeneration einsetzen und "Überschüsse" für die Milchproduktion verwenden.

Die notwendigen hohen Kraftfuttergaben sollten Sie auf mindestens drei (besser mehr) Mahlzeiten verteilen, um eine optimale Verdauung und Verwertung sicherzustellen sowie das Risiko von Koliken oder anderen Verdauungsproblemen zu reduzieren.

Als Proteinlieferant sind z.B. Hafer, Sojaschrot oder ein spezielles Zuchtstutenfutter geeignet. Das Sojaprotein enthält einen besonders hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren, die insbesondere für die Michproduktion (Milchmenge sowie Einweisgehalt der Stutenmilch) wichtig sind (nicht genmanipuliert). Hafer dagegen enthält im Vergleich eine geringe Mengen an verdaulichen Proteinen. Geben Sie Ihrer laktierenden Stute daher Hafer immer in Verbindung mit einem hochwertigen eiweißhaltigen Pferdefutter. Vorsicht: Eine Unter- wie auch Überversorgung der Stute mit Proteinen kann die Entwicklung des Fohlens beeinträchtigen.

Die Stute und das Fohlen sollten immer ausreichend Bewegung bekommen. Nach Begin der Weidesaison können Stute und Fohlen auf die Weide gebracht werden, so es das Wetter zuläßt. Achten Sie unbedingt auf einen Schutz vor der Witterung durch eine Unterstellmöglichkeit mit ausreichend Stroh gegen die Bodenkälte, da die Fohlen noch sehr empfindlich sind.  Der Übergang von der Winterfütterung zur Weide sollte möglichst schonend erfolgen, d.h. Sie sollten die Pferde anfangs nur stundenweise weiden lassen. In der Übergangsphase (ggf. auch später) sollten Sie Heu und Stroh ergänzend anbieten. Während die Proteinversorgung bei Weidehaltung in der Regel immer sichergestellt ist, sollten Sie Kraftfutter je nach Bedarf weiterhin zufüttern.

Zu empfehlen ist weiterhin die Zugabe von Spurenelementen wie Zink, Kupfer und Selen da eine ausreichende Versorgung über die Weide in der Regel nicht sichergestellt ist.  


 
 

 

Weiterführende Informationen