Heu für Pferde richtig füttern


 

Heu ist das wichtigste Raufutter für Pferde

Raufutter, insbesondere Heu, ist das Grundfutter für Pferde schlechthin und daher eindeutig die wichtigste Grundlage einer gesunden Pferdeernährung. Die  beudeutung von Heu für Pferde kann man nicht deutlich genug betonen, denn leider wird das Heu heutzutage immer wieder vernachlässigt. Der besorgte Pferdehalter kümmert sich lieber um andere Futtermittel und räumt diesen oft mehr Priorität ein als dem Heu bzw. Raufutter. Aus verschiedenen Gründen wird die Qualität von Heu und Stroh aber leider immer schlechter. Achten Sie daher unbedingt auf qualitativ hochwertiges Heu und überprüfen Sie das Heu bitte regelmäßig.

Heu für Pferde

Als Heu wird allgemein getrocknetes Grünfutter von Weiden und Wiesen bezeichnet. Heu für Pferde sollte mehreren Gräserarten im Gemisch mit Käutern und Legominosen bestehen. Je nach Erntezeit spricht man vom ersten, zweiten oder dritten Schnitt. Heu für Pferde sollte mehr als 20% Rohfaser aufweisen.

Die beste Erntezeit von Heu für Pferde ist in der ersten Hälfte der Gräserblüte, da dann im Heu noch anteilig die Samen enthalten sind, welche als Träger von sekundären Pflanzenstoffen und Spurenelementen das Heu besonders wertvoll machen. Nach der Blüte und der Aussaat der Samen hat das Gras seinen Zweck erfüllt und fängt nun an langsam abzusterben und entwickelt oft knapp über dem Boden braune verwitternde Stellen, die Schimmelpilze (Histamine) enthalten können. Diese wiederum können beim Pferd Allergien und damit verwandte Krankheiten hervorrufen. Heu sollte möglicht schnell getrocknet werden. Jeder Regen verschlechter die Qualität des Heus, da dann die Nährstoffe im Heu verloren gehen.

Woran erkennt man gutes Heu?

Gutes Heu erkennt man der hellgrünen Farbe, Geruch und Griff. Das Heu muss angenehm aromatisch riechten. Weich und zart im Griff ist optimal für gutes Heu.

Raufutter / Raufaser - Grundnahrungsmittel für Ihr Pferd

Pferde sind Steppentiere und deswegen ist eine karge und rauhfaserreiche Nahrungsaufnahme ideal für ihre Verdauung. Nicht allein wird das Calcium-Phosphor Verhältnis durch die Raufaseraufnahme reguliert. Der Dickdarm, der bei Pferden für die Verdauung der Heus verantwortlich ist, regelt den Säure-Basen Haushalt und die Vitaminsynthese. Das Pferd ist eines der wenigen Säugetiere, dass sogar Vitamin C selbst herstellen kann. Besteht also eine gesunde Dickdarmflora (Bakterien) und es wird qualitativ hochwertiges Heu angeboten könnte viele Fehlernährungen vermieden werden. Leider besteht heutzutage jedoch genau in der Artenvielfalt und Qualität des Heus sowie der gesunden Dickdarnflora der Pferde häufig ein Problem.

Wieviel Heu soll ich meinem Pferd füttern?

Als grobe Faustregel für die richtige Futtermenge an Heu kann man folgendes sagen:

Pferde sollten täglich soviel Heu bekommen, dass es mindestens 5 Stunden daran zu Fressen hat. Füttern Sie Ihrem Pferd täglich mindestens 1,5 kg Heu pro 100kg Körpergewicht pro Tag. Ein durchschnittliches 500kg-Pferd benötigt also mindestens 7,5kg Heu am Tag. Diese Angaben sind Mindestzahlen. Wenn möglich, geben Sie ihrem Pferd ruhig auch mehr Heu. Viele Pferde profitieren davon, wenn Sie ihnen Heu zur freien Verfügung anbieten. Die Verdauung des Pferdes wird es ihnen danken.

Es kann sein, daß Ihr Pferd durch das Heu einen kleinen Heubauch bekommt. Dies bedeutet aber nicht, daß Ihr Pferd wirklich Übergewicht hat. In der freien Wildbahn ist das eine ganz normale Angelenheit: hier haben fast alle Pferde einen Heubauch. Ein Pferd mit Heubauch ist allemal gesünder als ein Pferd das aufgrund einer schlechten Verdauung wegen zu geringer Menge Heu zu Koliken neigt.

Noch ein Hinweis zur Fütterung von Heu für Pferde: Wie allgemein bekannt sollte Raufaser vor Kraftfutter gefüttert werden. Durch das Kauen der Raufaser wird die Bauchspeicheldrüse zu erhöhter Enzymbildung (z.B. Amylasen) angeregt, die wiederum für die Verdauung des Kraftfutters im Dünndarm verantwortlich sind. Umso besser das Kraftfutter im Dünndarm verdaut wird, umso entlasteter ist der darauffolgende Dickdarm und kann sich ganz auf seine Aufgabe der Raufaserverdauung - Vitaminsynthese, Säure-Basenhaushalt-Regelung - konzentrieren.

Achtung vor verschimmeltem Heu

Manche Stallbesitzer füttern leider immer wieder verschimmeltes Heu oder Heu von verschimmelten Heu-Ballen bei denen nur die schwarzen Stellen entfernt wurden. Es ist aber leider immer der ganze Heu-Ballen mit dem Pilz infiziert und das Heu darf daher nicht mehr für die Pferdefütterung verwendet werden! Bitte wehren Sie sich, wenn Sie sehen, dass solches verschimmeltes Heu Ihrem Pferd verfüttert wird. Dies ist wirklich wichtig, denn sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihr Pferd durch das verschimmelte Heu zu einem chronischen Huster wird.

 

 


 
 

 

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